Teure Fehler im ersten Praxistest bei 60 Millionen € Software-Projekt

Wie heute im Web zu lesen war, hat die Bundesagentur für Arbeit ein Software-Projekt eingestampft.

Das Erschreckende dabei: Das Projekt lief seit 4 Jahren und hat schon 60 Millionen Euro gekostet.

Das Traurige dabei: Die Entwicklung wird nicht weiter verfolgt, weil beim ersten Praxistest Fehler auftreten, die man sehr gut vermeiden kann.
Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Problem, das Kontonummern nachträglich nicht mehr geändert werden können. Wenn man deswegen ein Projekt einstampft, muss der Fehler sehr tief sitzen. Vielleicht hat eine Entwicklungsabteilung die Kontonummer als Primärschlüssel verwendet?

Fakt ist, dass die Fehler, die hier aufgetreten sind, nicht erst bei der Codierung, gemacht wurden. Hier sind Fehler in der Planung aufgetreten. Diese Fehler kann man leicht vermeiden, wenn man regelmäßige Feedbacks einholt, und auch Unbeteiligte einmal über die Input-Dokumente schauen lässt.

Software-Qualitätssicherung ist „Devil’s Advocate“

Die entwicklungsbegleitende Qualitätssicherung spielt an der Stelle den Anwalt des Teufels, und untersucht schon während der Planungsphase die entstehenden Dokumente. Hier wird das große Ganze im Auge behalten. Die Ergebnisse der Entwicklungsabteilung, die auf Details konzentriert ist, werden so immer wieder einer Plausibilitätsprüfung unterzogen.

Um das leisten zu können, muss die Qualitätssicherung aber nicht als die Stelle verstanden werden, die „am Ende drauf schaut, ob keine Bugs mehr drin sind“, sondern als Partner der Entwicklung, als verlängerter Arm des Kunden, damit die Entwicklung den richtigen Weg verfolgen kann, und sich auf die Details konzentrieren kann.

Gerade in kleinen Teams reicht die Manpower häufig nicht, um diese Tiefe in der Qualitätssicherung auch zu leisten. Wenn dann falsche Design-Entscheidungen getroffen werden, drohen Nacharbeiten, Lieferverzug und Imageschaden.

Soweit sollte man es nicht kommen lassen. Wir stehen gern als Mittler und „Anwalt des Teufels zur Verfügung“.

 

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